Seit 1935 sind wir in Heidelberg verwurzelt. Nicht ganz so lange wie das Karlstor, das in den Jahren von 1775 bis 1781 errichtet wurde. Das Gebäude war ursprünglich als Dankesgeschenk der Bürger der Stadt Heidelberg an Kurfürst Karl Theodor gedacht. Architekt Nicolas de Pigage, der auch das Schwetzinger Schloss baute, gab dem Karlstor die Form eines römischen Triumphbogens.

Mittlerweile haben Witterunseinfüsse dem Tor erheblich zugesetzt. Seit 2015 musste ein Netz gespannt werden, das die Passanten vor herunterfallenden Steinen schützt. Am schlimmsten zerstört sind die drei Meter langen und zwei Meter hohen liegenden Löwen. Unter dem Mörtel, der irgendwann aufgebracht worden war, um die Fasson der Skulpturen zu halten, ist die originale Sandsteinoberfläche verschwunden. Zwei Löwen werden nun umfassend renoviert und später sogar ersetzt. Dafür dienen die jetzigen Skulpturen als Vorlage.
Den Transport der historischen Skulpturen wurde von der Heidelberger Fachspedition Fels übernommen, nachdem sie von Karl Scholl Autokrane auf den Auflieger gesetzt wurden. Fels Projektleiter Gerd Grimm war begeistert. „Diese Projekt ist schon sehr außergewöhnlich, wann transportiert man schon einmal historische Skulpturen, die das erste Mal seit dem 18. Jahrhundert auf Reisen gehen.“
Die jeweils sechs Tonnen schweren Skulpturen gingen direkt zum Steinmetzbetrieb und Restaurator Klaus Locher nach Fridingen. Dieser setzt die Renovierung oder besser gesagt die neue Gestaltung der Skulpturen um. „Der Sandstein der Löwen ist mittlerweile sehr bröselig. Sie haben überhaupt kein Gesicht mehr“, erklärt er. „Restaurieren vor Ort wäre hier nicht mehr möglich, so dienen die zwei Löwen nun als Vorlage für zwei neue Löwen.“ In gut einem Jahr kommen die Replike dann wieder auf das Tor.